TopQM VDA6.3 Expert Forum Protokoll

Die Zusammenfassung der ergebnisse und diskussionen

Hier werden die Diskussionsergebnisse der Fallbeispiele aus den Themengebieten zusammengefasst dargestellt.

Vorgehensweise und Dokumentation der Fallbeispiele

  1. Teilnehmer des Forums reichen Fallbeispiele ein
  2. Es wird ein gewünschtes Thema/Fallbeispiel in verschiedenen Teams erarbeitet
  3. Jedes Team wählt einen Gruppensprecher, die Ergebnisse werden präsentiert und gemeinsam erörtert/diskutiert
  4. Die Ergebnisse werden protokolliert, die Lessons Learned zum jeweiligen          
  5. Themengebiet gespeichert und mittels Meetingprotokoll an die Forums-Mitglieder verteilt
29.09.2025 

Diskussion & Erfahrungsaustausch Deutsche Automobilindustrie

 

 

Während sich in China über 100 Marken in allen Marktsegmenten – von Low-Cost bis High-Tech – positionieren, stellt sich für uns in Deutschland die Frage:  Wo steht unsere Automobilindustrie im globalen Wettbewerb, und wie sichern wir uns Zukunftschancen, um den Anschluss nicht zu verlieren?

 

Vier Fragen an das VDA6.3 Experten Forum zum Thema „deutsche Automobilindustrie"

1. Standortfrage
Wo steht die deutsche Automobil- und Zulieferindustrie heute im internationalen Vergleich?

  • Ausgangslage: Deutschland = Hochlohnland, mit stabilen politischen/ökonomischen Rahmenbedingungen.
  • Herausforderungen:
    • Steigende Energiekosten und Bürokratiebelastung.
    • Träge Reaktionszeiten auf OEM-Anfragen (12h/24h-Verfügbarkeit gefordert).
  • Chancen: Verlässlichkeit, Rechtsrahmen, Qualität, aber Gefahr, dass Wettbewerbsfähigkeit durch Kosten- und Reaktionsfaktor erodiert.

2. Wettbewerbsfähigkeit & Innovation
Welche Innovationsfelder (Batterietechnik, Software, Recycling, Nachhaltigkeit) sind für deutsche Zulieferer entscheidend, um im globalen Wettbewerb relevant zu bleiben?

  • Stärken: Traditionell starke Ingenieurskultur, unabhängige Forschung, hohe Qualität
  • Schwächen: Gefahr, dass Innovation zu langsam in Serie überführt wird
  • Erwartung: Schneller Transfer von Forschungsergebnissen in marktfähige Produkte. Kooperationen mit Hochschulen und Start-ups als Zukunftsschlüssel

 

3. Risikomanagement (IATF / CSR)
Welche Risiken ergeben sich für unsere Branche durch den wachsenden globalen Wettbewerb – sowohl als Markt als auch als Lieferant von Schlüsseltechnologien?

Status Quo:

  • Viele OEMs nutzen eigene CSR-Tools, teils mit Prozesstabellen zur Lieferantenbewertung
  • Fehlende einheitliche Plattform für CSR-Daten führt zu Mehrbelastung bei Zulieferern, dies sollte mal bei der AIAG und beim VDA kritisch hinterfragt werden
Risiken:
  • Unterschiedliche OEM / CSR Anforderungen = Intransparenz und hoher administrativer Aufwand
  • Sehr große Bürokratie bei CSR-Anforderungen – Nutzung von üblichen Automotive-Standards
Ergänzung:
  • Gemeinsame Initiative von VDA + AIAG sollte stärker auf Harmonisierung drängen (z. B. digitale CSR-Plattform, Standardisierung).
  • Zulieferer müssen proaktiv Risiken analysieren (Lieferketten, Compliance, Nachhaltigkeit) und transparent dokumentieren, um Doppelarbeit zu vermeiden – dadurch hoher administrativer Aufwand

4. Strategische Handlung / Starke OEMs
Welche konkreten Maßnahmen müssen deutsche Zulieferer jetzt ergreifen – z. B. Partnerschaften, Diversifizierung, Standardisierung – um sich zukunftssicher aufzustellen?

Status Quo:

  • Deutsche OEMs traditionell starke Player, aber zunehmend unter Druck durch China und USA
Risiken:
  • Abhängigkeit von chinesischen Batterien/Software/Energiekosten
  • Gefahr, dass Zulieferer zu austauschbaren „Commodity-Lieferanten“ degradiert werden
Ergänzung:
  • Zulieferer sollten ihre Rolle in Wertschöpfungsnetzwerken neu definieren → von Teilelieferanten hin zu Technologie- und Lösungspartnern
  • Kooperation & Allianzen: Gemeinsame Plattformen mit OEMs und T1s, Standardisierung bei Digitalisierung & Nachhaltigkeit.
  • Strategisches Ziel: Stärkung der Lieferantenposition durch Spezialisierung, Innovationsführerschaft und aktive Mitgestaltung von OEM-Standards