IATF-CSR Update 2025: Stellantis & GM mit neuen Anforderungen

Zwei OEMs, ein Ziel: mehr Transparenz, mehr Systemrobustheit und höhere Anforderungen im IATF-Umfeld

Die IATF hat neue Customer Specific Requirements (CSR) von Stellantis und General Motors (GM) veröffentlicht – und beide OEMs verschärfen die Anforderungen für ihre globalen Lieferketten. Während Stellantis eine umfassende Harmonisierung der bisherigen FCA-/PSA-Systeme präsentiert, legt GM den Fokus auf Leistungskennzahlen und Reklamationsdaten.

Stellantis veröffentlicht CSR v1 – ein einheitliches globales Regelwerk

Mit der neuen Stellantis CSR v1 (gültig ab Juli 2025) verzichtet der OEM endgültig auf die getrennten Anforderungen von PSA und FCA. Die wichtigsten Änderungen:

  • Global einheitliche CSR-Struktur

Alle bisherigen Anforderungen von PSA, FCA und Opel werden in einem einzigen CSR-Dokument zusammengefasst. Damit gelten weltweit identische Anforderungen für alle Marken und Werke.

  • Zwei auditrelevante CSR-Kategorien

Kategorie 1 (IATF-Interpretationen) und Kategorie 2 (zusätzliche auditierbare Anforderungen). Kategorie 2 muss bei internen Audits berücksichtigt werden.

  • Nachhaltigkeit wird verpflichtend

GRPG-Signatur und gültiges EcoVadis-Rating sind Voraussetzungen für Geschäftsbeziehungen. Unter 25 % ist ein Verbesserungsplan verpflichtend.

  • Verpflichtende MRS-Selbstbewertung

Jährliche MPA2-Selbstbewertung inklusive Aktionsplan – mit direkter Auswirkung auf die Lieferanten-Scorecard.

  • Neues Tier-N-Management

Unterlieferanten müssen nach Risiko klassifiziert und – bei erhöhtem Risiko – auditiert werden. Die Ergebnisse müssen an Stellantis gemeldet werden.

  • Sicherer Start, Reverse-PFMEA und ABCD-Änderungsmanagement

Mehrere Prozesse werden obligatorisch und bilden die Grundlage für ein robusteres Qualitätsmanagement.

  • Digitale Tools und elektronische Genehmigungen

PPAP läuft ausschließlich digital (GST, PLM, AUROS, Amadeus, EDI). Keine unterschriebenen PSWs mehr.

  • Strukturiertes Beschwerde- und Garantiemanagement

Beschwerden werden über Amadeus/SQP/NCT bearbeitet. 8D-Berichte und NTF-Analysen sind obligatorisch, CQI-14 wird als Best Practice empfohlen.

Fazit: Die Stellantis CSRs definieren einen neuen globalen Qualitätsstandard. Wer die neuen Anforderungen noch nicht in sein QMS integriert hat, sollte umgehend reagieren – insbesondere in den Bereichen Nachhaltigkeit, Sublieferantenmanagement und digitale Freigaben.

GM aktualisiert seine CSR – Leistungs- und Beschwerdedaten werden auditrelevant

Das neue GM-Update (Oktober 2025) ist kompakter, hat aber weitreichende Auswirkungen. Die wichtigsten Änderungen sind:

• Accuris ersetzt IHS als Standardplattform

GM-Spezifikationen wie GMW-Standards werden künftig nur noch über Accuris verfügbar sein. Interne Referenzen und Standardlisten müssen angepasst werden.

• QPR & SPPS in der Managementbewertung

Leistungsindikatoren und Beschwerdedaten sind nun obligatorischer Bestandteil der Managementbewertung.

Neu: Bei Sourceability Level = 3 kann der Auditor diese Daten aktiv für die Audit-Priorisierung nutzen.

• SPPS als Teil der Auditplanung

Beschwerdedaten müssen künftig direkt in das Prozessauditprogramm einfließen. GM schließt damit den Kreis von Beschwerde → Analyse → Audit.

Fazit: GM macht Leistungsdaten messbarer und relevanter. QPR und SPPS werden künftig nicht mehr nur Berichterstattungsinstrumente sein, sondern die Prioritäten der Audits und Managemententscheidungen steuern.

Was bedeutet das für IATF-Zulieferer?

Beide OEMs setzen auf:

  • größere Transparenz
  • mehr datengestützte Entscheidungen
  • stärkere Fokussierung auf Nachhaltigkeit und Unterlieferanten
  • robustere, digitalisierte Qualitätsprozesse
  • eine direktere Verbindung zwischen Leistung, Beschwerden und Audits

Lieferanten sollten ihre Prozesse frühzeitig anpassen, insbesondere in den Bereichen Auditplanung, Datenmanagement sowie Standards und Nachhaltigkeitsanforderungen.

Fazit

Die neuen CSR-Updates von Stellantis und GM erhöhen die Anforderungen an Lieferanten erheblich – insbesondere in den Bereichen Nachhaltigkeit, Datenmanagement, Sublieferantenmanagement und Auditplanung. Als erfahrener Partner in der Automobilbranche unterstützt TopQM-Systems Unternehmen dabei, diese Anforderungen zielgerichtet und praxisnah zu integrieren. Dadurch stellen Sie nicht nur die Einhaltung der Vorschriften sicher, sondern stärken auch die Robustheit Ihrer Prozesse und Ihre Auditierbarkeit.

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